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Montag, 10. Dezember 2012

Zeitungssterben

Ein Post in einer Community stimmte mich heute nachdenklich und ich dachte mir, dass man darüber durchaus mal etwas schreiben könnte.

Sinngemäß stand da, dass wir nach der Pleite der letzten Zeitung und nach dem Stillstand der letzten Druckerpresse erkennen werden, dass man nasse Schuhe nicht mit einem Smartphone austopfen kann, um sie zu trocknen.

Hintergrund ist das Sterben großer Zeitungen, da mehr und mehr Menschen das Internet als Informationsquelle, auch für die Nachrichten des Tages, nutzen. Man kann beides nicht vergleichen, denn kein Tablet oder Smartphone kann den Geruch einer frischgedruckten Zeitung ersetzen und keine Zeitung bietet dem Leser die Möglichkeit, direkt seine Meinung zum Gelesenen abzugeben.

Die Fakten:
Die erste Zeitung erschien bereits 1605 einmal in der Woche in Straßburg und die erste Tageszeitung erschien ab 1650 an sechs Wochentagen in Leipzig. Somit hat die Zeitung eine über 400-jährige Geschichte.
Das Internet dagegen hatte sein Anfänge im Jahr 1969 und die erste Domain wurde erst 1985 registriert. Gerade einmal gute 40 Jahre ist das Internet nun alt und es entwickelt sich immer weiter. Fast jedes Handy ist bereist angeschlossen, Fernseher und Radios streamen Filme und Musik aus dem Netz und bald werden sicher auch unsere Kühlschränke selber eine Bestellung aufgeben, damit sie sich füllen.

Da nun einmal nichts im Leben ewig währt, ist die Hochzeit der Zeitung wohl wirklich vorbei. Ein paar werden es sicher überleben aber die Masse an Zeitungen wird es so in Zukunft nicht mehr geben.
Neue Entwicklungen werden über kurz oder lang immer ihren Tribut fordern. Manchmal ist es gut und machmal ist es schlecht aber oft ist es auch nur Ansichstsache.

Kommentare:

  1. Das mit dem 400/40 Jahre vergleich find ich jetzt nicht ganz so passend... Beschriftetes Papier gab es schon viel länger, und dass das gemeine Volk Nachrichten aus dem Internet zieht, ist sicherlich erst seit den 90er Jahren möglich... Also würde ich einen 400/20 Jahre Vergleich vorziehen

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  2. Sollte es tatsächlich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen, wird auch das Internet verwaltet, wenn nicht gar im betroffenen Gebiet unzugänglich werden. Spätestens dort wird dann, so hoffe ich, gibt es noch Menschen die mit Druckerpressen umgehen können.
    Aber mehr Sorgen macht mir, dass es allem Anschein nach, gar kein Interesse an echtem Journalismus gibt. Beziehungsweise das fehlen dessen, kaum bemerkt wird.

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  3. @Susanna
    ich würde es nicht als Desinteresse bezeichnen. Es ist eher ein billigendes Folgen der Massenmedien und als solches reicht es den meisten die Schlagzeilen der bekanntesten Boulevardzeitung zu lesen und dessen Meinung zu übernehmen, was mit dem Gewissen meist nicht schwer vereinbar ist auf Grund der populistischen Polemik.
    Wer hinterfragt denn heutzutage noch den gefilterten Nachrichtenfluss?
    Mündigkeit und Interesse gehen hier eins in eins ineinander.

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  4. Vielleicht. Ja, das ist eine Sichtweise, die mir entsprechen würde, wenn nicht andere Informationen auf dem Tablet stünden. Investigativer Journalismus leidet ja nicht an fehlenden Journalisten. Auch nicht an fehlendem Interesse.
    Es fehlt also an geeigneten Plattformen.
    Vielleicht kann sich das ändern, wenn die hiesigen Magazine und Zeitungen fürs online lesen bezahlt werden wollen/müssen?




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